Meeresleuchten in der Flasche
Winzige Lebewesen bringen jede Bewegung zum Funkeln –
ein echtes Stück Ozean, für dein Zuhause.
In deiner Flasche leben nachhaltig kultivierte Leuchtalgen (Pyrocystis lunula) – kleine Wunder der Natur, die bei sanfter Bewegung nachts wie ein Sternenhimmel im Wasser aufleuchten.
Ganz natürlich. Lebendig. Echt. Besonders.
✨ Alle wichtigen Hinweise zur Pflege findest du weiter unten.
Dein eigenes Meeresleuchten in der Flasche
Natürliche Biolumineszenz bei dir Zuhause beobachten
Dinoflagellaten bringen Wellen zum Leuchten
Tagsüber brauchen sie Licht - Abends leuchten sie für dich
Biosphäre mit echten Lebewesen
Mit den pflegeleichten Leuchtalgen Pyrocystis lunula
Biolumineszenz mit eigenen Augen sehen
Schüttel sie sanft und sie leuchten wie ein funkelnder blauer Sternenhimmel
FAQ: Pflege von Dinoflagellaten
DIREKT nach dem Versand - WICHTIG!!!
Packe die Algen nach der Ankunft unbedingt schnellstmöglich aus. Sie sind nicht lagerfähig und dürfen nicht über längere Zeit im Karton oder in dunklen Verpackungen verbleiben.
Es kann sein, dass sie in ihrem Biorhythmus durch den Transport durcheinander geraten sind und in den ersten Tagen bis Wochen nicht (richtig) leuchten.
Siehe: „Warum leuchten frisch gelieferte Algen nicht oder kaum?“
Stelle sie warm (20–25 °C), damit sie wieder auf Zimmertemperatur kommen können – aber nicht auf die Heizung. Keine zu schnelle "Schock-Erhitzung"!
Halte dich bitte unbedingt an die Anweisungen auf dieser Seite und gib ihnen Zeit, sich zu erholen und in ihren natürlichen Rhythmus zurückzufinden.
Da es sich um lebende Mikroorganismen handelt, bewege sie zu Beginn nach Anbruch der Dunkelheit nur vorsichtig, bis sie sich stabilisiert haben und wieder kräftig leuchten.
Was sind das genau für Leucht-Tierchen?
Pyrocystis lunula sind einzellige Meeresalgen - auch Dinoflagellaten genannt. Sie sind bekannt für ihre faszinierende Fähigkeit, im Dunkeln zu leuchten. Das nennt man dann Biolumineszenz.
Sie sind relativ groß, ungiftig und leben photoautotroph, das heißt sie brauchen Licht und Nährstoffe um zu überleben und zu wachsen.
Für wen ist das Meeresleuchten in der Flasche geeignet?
Eines vorweg: Dinoflagellaten sind kein Deko-Objekt. Du siehst tagsüber nur die Flasche mit Wasser, da die Leuchtalgen so klein sind, dass du sie nicht mit dem bloßen Auge erkennen wirst.
Sie sind geeignet für dich, wenn...
- du Freude an Naturphänomenen und lebenden Organismen hast.
- du bereit bist, dich mit den Pflegehinweisen und den spezifischen Haltungsbedingungen vertraut zu machen. -> Ohne die Schaffung der richtigen Haltungsbedingungen wird voraussichtlich nichts leuchten.
- du Geduld hast, damit sie nach dem Versand in ihren neuen Rhythmus finden können.
- dir klar ist, dass sie nicht dauerhaft wie ein "Nachtlicht" leuchten.
- die klar ist, dass sie auch in Ruhe-Phase gehen können, um sich zu regenerieren und dann längere Zeit nicht leuchten.
- du einen festen Platz mit Licht am Tag und Dunkelheit in der Nacht bieten kannst.
- du sie an einen Ort stellen kannst, wo sie es warm und hell genug haben.
- du ein sanftes, echtes Meeresleuchten erleben möchtest und keinen Dauer-Effekt.
- du für ihre Ruhe sorgen kannst (ohne oft geschüttelt oder erschüttert zu werden.)
Wer sich auf die Pflege und den Rhythmus der Dinoflagellaten einlässt, wird mit einem einzigartigen Naturerlebnis belohnt. Alles was du dazu wissen musst, kannst du hier in den FAQ nachlesen.
Sie sind NICHT geeignet für dich, wenn...
- du nach der Lieferung einen schnellen Effekt erwartest. Sie brauchen Zeit, um bei dir in ihren Rhythmus zu finden. In manchen Fällen sogar Wochen!
- du sie mal eben schnell verschenken willst, sie aber dann den gewünschten Effekt nicht liefern. Am neuen Ort müssen sie sich wieder an einen neuen Rhythmus und andere Bedingungen gewöhnen.
- du ein Produkt suchst, das sofort und dauerhaft sichtbar leuchtet. Es sind Lebewesen, die nur unter bestimmten Bedingungen leuchten.
- du erwartest, dass bei Tageslicht etwas zu sehen ist und ein "Deko-Objekt" suchst.
Natur braucht Zeit.
Ich biete dir hier saubere, qualitativ hochwertige Kulturen an. Es liegt bei dir, nach dem Versand die richtigen Bedingungen zu schaffen, damit die Dinoflagellaten bei dir leuchten.
Leuchtalgen verschenken - Was ist zu beachten?
Wichtiger Hinweis für Geschenke
Dieses Produkt enthält lebende Organismen und ist daher kein klassisches Lager- oder Überraschungsgeschenk.
Leuchtalgen müssen unmittelbar nach Erhalt:
- ausgepackt
- hell (aber ohne direkte Sonne) aufgestellt
- und in ihren natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus integriert werden
Eine längere Lagerung im Karton, in Geschenkverpackungen oder ohne Licht kann die Kultur dauerhaft schädigen oder gar umbringen!
💡 Mein Tipp:
Wenn du Leuchtalgen verschenken möchtest, überreiche das Geschenk direkt nach der Lieferung (sie müssen sich sonst auch 2x an einen neuen Standort gewöhnen!) oder verschenke alternativ einen Gutschein.
Warum leuchten die frisch gelieferten Algen nicht/ kaum?
Packe die Algen nach der Ankunft möglichst schnell aus. Es kann sein, dass sie in ihrem Biorhythmus durch den Transport in einem dunklen Karton, über Tage hinweg - und mit viel Bewegung - völlig durcheinander gekommen sind und in den ersten Tagen oder gar Wochen nicht richtig oder sogar garnicht leuchten! Je länger der Versand gedauert hat, desto stärker sind die verstört worden.
Woran liegt das?
- Die Leuchtalgen sind in ihrem Tag-Nacht-Rhythmus gestört worden. Selbst bei einem 24h-Versand.
- Sie hatten so viel Bewegung und Erschütterung, dass sie sich zu Beginn völlig verausgabt haben, sich aber durch fehlendes Licht und Ruhe nicht wieder regenerieren konnten.
- Temperaturen während des Transports:
Leuchtalgen reagieren empfindlich auf extreme Temperaturen, insbesondere auf längere Kälteperioden im Herbst und Winter. Deshalb versende ich alle Kulturen mit Heatpacks, um sie vor starkem Auskühlen zu schützen. Eine kurzzeitige Abkühlung ist in der Regel nicht schädlich, kann jedoch dazu führen, dass die Algen ihren Stoffwechsel verlangsamen und vorübergehend in eine Ruhephase gehen. Kritisch wird es erst bei anhaltenden Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt, über einen längeren Zeitraum. Eine kühle Ankunft bedeutet häufig eine Ruhephase – nicht, dass die Kultur abgestorben ist. - Nach dem Versand benötigen die Algen oft etwas Zeit, um sich wieder zu stabilisieren und in ihren natürlichen Rhythmus zurückzufinden.
- Künstliches Licht in der kalten/ dunklen Jahreszeit bei uns Zuhause bringt sie zusätzlich aus ihrem Rhythmus.
- Ebenso, dass sie bei dir Zuhause voraussichtlich einen anderen Standort, und somit ungewohnten Lichteinfall und auch einen anderen Rhythmus haben wie sie es bei mir gewohnt waren.
Was brauchen die kleinen Lebewesen jetzt, um wieder in ihre Leucht-Energie zu kommen?
Halte dich einfach an die Anweisungen z.B. unter Wie lade ich das Meeresleuchten am Besten auf? und gib ihnen Zeit, bis sie sich erholt und in ihren natürlichen Rhythmus zurückgefunden haben. Da es sich um Kleinslebewesen handelt, bewege sie zu Anfang nach Anbruch der Dunkelheit eher vorsichtig oder 4-5 Tage garnicht, bis sie sich erholt haben, sonst verpulverst du ihre frische Energie direkt wieder. Nach ihrer Regenerationsphase werden sie wieder kräftig und munter leuchten.
Erst einmal NICHT füttern, bis sie wieder kräftiger leuchten. Hört sich jetzt vielleicht verrückt an, aber zu viel Nahrung kann sie tatsächlich umbringen, während sie mit unglaublich wenig Nahrung gut klar kommen.
Wie lade ich das Meeresleuchten am Besten auf?
Leuchtalgen leuchten nicht dauerhaft! Das Leuchten entsteht nur, wenn die Zellen tagsüber genügend Energie aufbauen und sich nachts im richtigen Rhythmus befinden. Man kann sie nicht "aufladen", aber für optimale Bedingen sorgen, unter denen sie ihr Leuchtpotenzial entfalten.
1. Licht am Tag - der wichtigste Faktor
Stelle die Flasche tagsüber hell - aber wegen Überhitzungsgefahr nicht ins direkte Sonnenlicht. Ich habe gute Erfahrung damit gemacht, sie rund 1,5m von einem Süd-Fenster entfernt aufzustellen.
Sie lieben eine Lichtdauer von 8-12 Stunden Tageslicht. Um so gleichbleibender ihre Lichtzeit ist, desto besser können sie einen Tag-Nacht-Rhythmus herstellen.
Man kann künstliches Licht einsetzen. Bitte lies dazu unbedingt den Punkt: "LED, Pflanzlampe oder Aquarienlame - Künstliches Licht, ja oder nein?"
Nicht ausreichend sind wechselnde Lichtzeiten, nur abendliche Zimmerbeleuchtung oder zu dunkle Räume.
2. Klare Dunkel-Phasen sind unbedingt notwendig
Leuchtalgen brauchen eine echte Nacht. Also 12 - 14 Stunden vollständige Dunkelheit.
Kein Lampenlicht, keinen Fernseher, kein indirektes Raumlicht. Schon schwaches Dauerlicht (Straßenlaterne von draußen) oder eine Mini-Standby-LED-Lampe in der Nähe, kann das Leuchten komplett unterdrücken.
Extra Tipp: Manche stellen ihre Dinoflagellaten auch abends in eine dunkle Box, damit sie nicht künstlich beleuchtet werden können (z.B. durch den Fernseher, Deckenleuchten, etc.). Das sollte dann aber dann immer zur gleichen Zeit geschehen... und man muss morgens daran denken sie zu befreien, sonst hat man den "Versand-Effekt".
3. Fester Rhythmus
Du ahnst es nach der obigen Beschreibung bestimmt schon, ein fester Rhythmus ist alles. Also jeden Tag ähnliche Zeiten, nicht den Standort zu wechseln und auch, sie tagsüber nicht zu bewegen/ erschüttern. Nach dem Versand kann es bis zu 4 Wochen dauern, bis sich der neue Rhythmus einpendelt.
Rund 1-2 Stunden nachdem "die Sonne bei dir Zuhause" untergegangen ist, kannst du die Flasche sanft schütteln und das Meeresleuchten bewundern.
4. Temperatur
Außerdem leuchten die Algen besonders gerne bei Zimmertemperaturen zwischen 20-25 °C, da sie in warmen Gewässern beheimatet sind.
Alles darüber hinaus bedeutet Stress für sie und das Leuchten wird unterdrückt, da sie ihre Energie zum Überleben einsetzen müssen.
Deshalb bitte NICHT:
- nach dem Versand oder generell auf den Heizkörper stellen oder auf eine Fensterbank unter der sich ein Heizkörper befindet!
- in die pralle Sonne stellen
- nahe technischer Wärmequellen aufstellen...
5. Sauerstoff und Ruhe
Die Flasche (wenn du sie z.B. auffüllst), sollte nie randvoll sein und auch nie halb leer. Ein leichter Kopfraum von 1-2 cm ist ideal. Bitte nicht in die Flasche pusten, um sie "zu belüften" und auch keine Aquarien-Belüftung nutzen. Du kannst sie zum Belüften, falls du das Gefühl hast, dass ihnen Sauerstoff fehlt, einmal in ein größeres Gefäß umgießen und danach wieder zurück. Gönne ihnen danach aber bitte eine kleine Auszeit. Leuchtalgen mögen Ruhe.
6. Bewegung
Die Dinoflagellaten können ihr Leuchten unterdrücken, wenn sie zu stark und häufig bewegt werden. Hört sich komisch an, weil man ja davon ausgeht, dass se im Meer und der Brandung permanent durchgeschüttelt werden. Der entscheidende Unterschied ist aber, dass sich die Bewegung im Meer von der in einer Flasche unterscheidet.
In der Brandung wird jede Zelle nur kurz und selten "mechanisch" gereizt. Danach ist wieder Ruhe. Sie bekommen unendlich viel Sauerstoff und leben nicht einer geschlossenen Umgebung. Und es sind Milliarden Zellen, verteilt auf rieeeesige Wassermengen. Das Leuchten entsteht punktuell und kurzzeitig, nicht dauerhaft.
In einer Flasche werden alle Zellen gleichzeitig bewegt. Sie können nicht ausweichen, haben keinen "Verdünnungseffekt" und auch nur begrenzten Sauerstoff. Deshalb wird dieser Stress und das "Stressleuchten" so viel stärker auf sie. Häufiges Schütteln bedeutet für sie einen enorm hohen Energieverbrauch und zum Überlebens-Schutz können sie diesen Effekt abschalten.
Wichtig zu verstehen: Das Leuchten ist keine fröhliche Aktivität, sondern eine Stressreaktion.
Also wenn du sie mehrmals hintereinander kräftig schüttelst oder auch tagsüber bewegst, ist das nicht gut für sie und sie können das Leuchten komplett unterdrücken.
7. Füttern
Bitte nur sehr sparsam füttern, 1-2 Tropfen auf die gesamte Flasche alle 10-14 Tage. Niemals "auf Verdacht" nachfüttern.
8. Warum sich die Leuchtstärke stark unterscheiden kann
Das sichtbare Meeresleuchten entsteht nicht durch einzelne Zellen, sondern durch das gemeinsame Reagieren vieler Leuchtalgen gleichzeitig.
Wie intensiv das Leuchten wirkt, hängt deshalb davon ab, wie viele Zellen im Moment gleichzeitig reagieren – nicht davon, ob „genug“ Algen vorhanden sind.
Es ist normal, dass gesunde Kulturen zeitweise unterhalb der sichtbaren Leuchtschwelle liegen und dann kaum oder gar nicht leuchten, obwohl die Algen weiterhin leben.
In solchen Phasen teilen sich die Zellen langsam weiter und können zu einem späteren Zeitpunkt wieder sichtbar leuchten. (Siehe "Was bedeutet Ruhe-Phase bei Leuchtalgen?"
LED, Pflanzlampe oder Aquarienlampe – Künstliches Licht ja oder nein?
Grundsätzlich gilt:
Leuchtalgen benötigen KEIN künstliches Licht, wenn sie tagsüber ausreichend indirektes Tageslicht erhalten.
In dunklen Räumen oder in den Wintermonaten kann eine Lampe vorsichtig unterstützend eingesetzt werden.
Diese künstliche Beleuchtung ist erlaubt:
Wenn eine Lampe verwendet wird, muss sie folgende Kriterien erfüllen:
- weißes Licht (Warmweiß / Neutralweiß / Tageslichtweiß)
- keine farbigen Lichtanteile
- gedimmt oder schwach eingestellt
- nicht direkt auf die Flasche gerichtet
Dinoflagellaten sind keine Zimmerpflanzen und auch keine normalen Aquarienpflanzen!
Helligkeit (wichtig!)
- maximal ca. 300–500 Lumen pro Flasche
- bei mehreren Flaschen entsprechend indirekt und verteilt
Faustregel: Das Licht sollte deutlich schwächer sein als eine Schreibtischlampe.
Leistung (nur zur Orientierung)
- meist 3–8 Watt LED ausreichend
- höhere Wattzahlen nur bei entsprechend großem Abstand und starker Dimmung
Nicht geeignet (bitte NICHT verwenden)
- rotes Licht
- blaues Licht
- Rot-/Blau-Pflanzenlampen
- farbige LEDs
- sehr helle Lampen über 500 Lumen pro Flasche
- Dauerbeleuchtung oder Nachtlicht
Zu starkes oder falsches Licht kann den natürlichen Rhythmus stören und dazu führen, dass die Algen schwächer oder gar nicht leuchten.
Anwendung (falls Kunstlicht genutzt wird)
- nur tagsüber (ca. 10–12 Stunden)
- nachts immer vollständig dunkel
- Abstand zur Flasche mind. 30–50 cm
- lieber zu wenig Licht als zu viel
Kurz gesagt
- Tageslicht ist immer die beste Wahl
- Kunstlicht nur unterstützend
- weiß, schwach, begrenzt
- Rot, Blau und starke Lampen bitte vermeiden
Faustregel:
Wenn die Lampe hell genug, um ein Buch zu lesen, aber nicht so hell wie eine Arbeitslampe ist, sollte es gehen. Wenn du denkst: „Das ist aber dunkel!“ → perfekt!
Wann leuchten die Leuchtalgen?
Leuchtalgen (Dinoflagellaten) leuchten nicht zu jeder Zeit, sondern folgen einem inneren biologischen Tag-Nacht-Rhythmus.
Sie beginnen nur dann zu leuchten, wenn für sie „Nacht“ ist – unabhängig davon, wie spät es draußen ist.
Was bedeutet das konkret?
Die Biolumineszenz setzt erst nach einer längeren Dunkelphase ein, in der die Algen „Nacht“ wahrnehmen.
Wichtig ist dabei:
- nicht der Sonnenuntergang draußen
- sondern der Moment, ab dem die Kultur kein Licht mehr bekommt
Erst etwa 1–2 Stunden nach Beginn der vollständigen Dunkelheit sind die Zellen bereit zu leuchten.
Warum leuchten sie tagsüber nicht?
Auch wenn du die Flasche tagsüber in einen dunklen Raum bringst, leuchten die Algen nicht. Ihr innerer Rhythmus ist bereits auf „Tag“ eingestellt – dieser lässt sich nicht kurzfristig umschalten.
Wann kannst du das Leuchten auslösen?
- Nach einer klaren Dunkelphase
- abends oder nachts
- durch sanftes Schwenken oder Schütteln der Flasche
- maximal 1–2 Mal pro Nacht
Aktueller Hinweis zum Leuchtzeitpunkt (Stand: Herbst/Winter)
In der dunklen Jahreszeit kann sich der innere Tag-Nacht-Rhythmus von Leuchtalgen verschieben.
Durch kürzere Tage, künstliches Licht und veränderte Lichtzeiten leuchten viele Kulturen nicht am frühen Abend, sondern erst deutlich später in der Nacht.
Aktuell zeigen meine eigenen Kulturen ihr stärkstes Leuchten häufig zwischen ca. 2 und 5 Uhr nachts, nach einer längeren ungestörten Dunkelphase.
Wenn deine Leuchtalgen abends kaum oder gar nicht leuchten, bedeutet das nicht, dass sie geschädigt sind.
Versuche es stattdessen einmal später in der Nacht – zum Beispiel, wenn du ohnehin kurz wach wirst.
Warum ist das so?
In der Natur tritt das Meeresleuchten dieser Art vor allem im Sommer auf, wenn lange, gleichmäßige Lichttage herrschen.
Zu Hause müssen diese Bedingungen erst nachgeahmt werden – besonders im Herbst und Winter kann das einige Zeit dauern.
Wichtiger Hinweis zur Bewegung
Leuchten entsteht nur bei sanfter, kurzer Bewegung (Schütteln). Zu langes oder starkes Schütteln verbraucht viel Energie – das Leuchten lässt dann nach, weil die Zellen sich verausgaben und anschließend Zeit zur Regeneration brauchen.
Wenn das passiert:
- stelle die Flasche wieder ruhig ab
- lasse sie mehrere Stunden ungestört
- das Leuchten kehrt in der Regel von selbst zurück
Leuchtalgen sind lebende, einzellige Organismen – ein achtsamer Umgang ist entscheidend.
Warum sieht man tagsüber Nichts? Ist die Flasche leer?
Nein - die Flasche ist nicht leer. Dinoflagellaten sind mikroskopisch kleine, transparente Einzeller. Bei Tageslicht sehen sie nicht grün, nicht trüb oder flockig aus - das Wasser kann völlig klar erscheinen. Das ist normal und ein Zeichen für eine gesunde, saubere Kultur.
Viele Menschen erwarten sichtbare Algen oder einen Bodensatz, das trifft jedoch nicht auf Leuchtalgen zu.
Dinoflagellaten:
- sind farblos bei Tageslicht
- schweben frei im Wasser
- setzen sich nicht auf dem Boden ab
- sind mikroskopisch klein
- gleichmäßig im Wasser verteilt
- keine Flocken oder Krümel
Selbst bei "Überfüllung" sieht man keine einzelnen Partikel, sondern weiterhin klares Wasser.
Trübes Wasser, grüne Flocken oder ein trüber Bodensatz sind kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Hinweis auf Überfütterung, Kontaminierung (andere Algen, Bakterien) oder abgestorbene Zellen.
Pyrocystis lunula
- sind mikroskopisch klein
- gleichmäßig im Wasser verteilt
- keine Flocken oder Krümel
Selbst bei "Überfüllung" sieht man keine einzelnen Partikel, sondern weiterhin klares Wasser.
Kann beim Abfüllen etwas schief gegangen sein, sodass Nichts in der Flasche ist?
Nein. Ich züchte direkt in den runden Flaschen und fülle nicht ab. Eine Kultur die von mir verschickt wird ist vorher
- über Wochen gereift
- auf ihr starkes Leuchten getestet worden
- auf Wasserqualität (fehlende Trübung, keine Algen, etc.) überprüft worden
Du bekommst also eine stabile Kultur. Es ist also normal, dass du tagsüber nichts siehst. Siehst du kleine Staubpunkte im Wasser sind das keine Dinoflagellaten, sondern Partikel wie Salz, Mineralflocken oder Staub.
Hilfe, meine Kultur leuchtet nicht!
Es handelt sich um Lebewesen, die empfindlich auf ihre Umgebung reagieren können.
Wie das Leuchten entsteht und warum sich die Leuchtstärke unterscheiden kann
Das sichtbare Meeresleuchten entsteht nicht durch einzelne Zellen, sondern durch das gemeinsame Reagieren vieler Leuchtalgen gleichzeitig.
Wie intensiv das Leuchten wirkt, hängt deshalb davon ab, wie viele Zellen im Moment gleichzeitig reagieren – nicht davon, ob „genug“ Algen vorhanden sind.
Es ist normal, dass gesunde Kulturen zeitweise unterhalb der sichtbaren Leuchtschwelle liegen und dann kaum oder gar nicht leuchten, obwohl die Algen weiterhin leben. (Siehe "Was bedeutet Ruhe-Phase bei Leuchtalgen?")
In solchen Phasen teilen sich die Zellen langsam weiter und können zu einem späteren Zeitpunkt wieder sichtbar leuchten.
Wichtig:
Eine geringere sichtbare Leuchtstärke bedeutet nicht, dass zu wenige Algen vorhanden sind oder dass mit der Kultur etwas nicht stimmt. Es heißt nur, dass nicht alle gleichzeitig reagieren oder alle in Ruhephase sind. (Vergleiche am Besten selbst: "Anleitung - Mache selbst einen Check-Up" )
Hier die Top 5 Fehler bei der Haltung der Kultur
1. Zu wenig Licht am Tag
Ohne ausreichendes Licht können Leuchtalgen nachts kein Leuchten erzeugen.
Fehler: zu dunkler Standort, nur spärliches Winterlicht, nur Zimmerbeleuchtung
Richtig: 8-12 Stunden helles Tageslicht
2. Keine echte Dunkelphase
Leuchtalgen brauchen zusätzlich zu der Lichtphase eine dunkle Nacht, also einen geregelten Tag-Nacht-Rhythmus.
Fehler: Raumlicht, Fernseher, Nachtlicht, Standby-LEDs
Richtig: 12-14 Stunden vollständige Dunkelheit
Tipp: In der dunklen Jahreszeit, wenn du zu lange künstliches Licht an hast, kannst du sie abends in einer Box oder einem Schrank dunkel stellen. Vergiss nur nicht, sie morgens wieder heraus zu holen. Am Besten immer zur gleichen Zeit...
3. Zu häufiges/ starkes Bewegen
Sehr häufiges Schütteln (auch tagsüber) unterdrückt das Leuchten, weil sie sich verausgaben.
Fehler: mehrmals täglich testen, starkes Schütteln
Richtig: nur nachts testen, 1-2 Mal
4. Überfütterung
Mehr Nahrung bedeutet nicht mehr Leuchten, im Gegenteil. Du darfst das Futter nie überdosieren, das bringt das Wasser zum kippen und bringt die kleinen Dinoflagellaten um.
Fehler: Zu viel füttern, falsches Futter
Richtig: 1-2 Tropfen alle 7-14 Tage oder seltener
- Nicht mit normalen Aquariendüngern füttern!
- Auch wenn du regelmäßig fütterst, deine Kultur aber nicht "aus allen Nähten platzt", kann das vorhandene Futter im Wasser zu viel für sie sein. Dann füttere erst einmal für längere Zeit NICHT, bis sie sich wieder erholt haben.
5. Ungeduld nach dem Versand
Die Leucht-Lebewesen brauchen Zeit, um sich neu einzupendeln.
Fehler: tägliches Eingreifen, ständiges Umstellen, tagsüber bewegen, nachts ständig schütteln um zu schauen, ob da was kommt
Richtig: fester Rhythmus, Ruhe, Geduld
Sonstige Fehler
- Kein Leitungswasser verwenden! Die Meeresleucht-Tierchen vertragen ausschließlich Meerwasser.
- Kein Meerwasser aus dem Meer zum Auffüllen verwenden, da es nicht gefiltert und steril ist und noch viele andere Kleinstlebewesen mit sich bringt, welche die Kultur stören.
- Keine Algen oder Bakterien einbringen → Kontamination!
Lies unter "Wie lade ich das Meeresleuchten am Besten auf", was du nun tun kannst.
Woran erkenne ich, dass die Kultur noch lebt?
Bei einer lebenden Kultur:
- ist das Wasser klar.
- riecht das Wasser neutral.
- gibt es keine grauen oder grünen Flocken.
- keine starke Trübung.
In diesem Fall besteht eine sehr hohe Chance, dass das Leuchten zurückkehrt. Hier hilft leider nur Geduld, viel Ruhe für die Kultur, ein ruhiger Standort sowie feste Licht-Dunkel-Zeiten. Viele Kulturen beginnen dann plötzlich wieder zu leuchten, auch nach mehreren Wochen Pause.
Bitte nicht:
- aggressiv schütteln.
- vermehrt füttern.
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Wenn deine Flasche klar aussieht wie links, ist sie in der Regel gesund - auch wenn sie (noch) nicht leuchtet.
Anleitung - Mache selbst einen Check-Up!
1. Sichtprüfung (bei Tageslicht)
Gesund / unauffällig:
- Wasser ist klar
- keine schleimigen Flocken
- keine Verfärbung
- ggf. wenige helle, körnige Ablagerungen am Boden oder Glas
👉 Helle Krümel oder Körnchen sind häufig mineralische Ausfällungen (z. B. Salz) und kein Anzeichen für Tod.
Auffällig:
- milchige oder graue Trübung
- grüne, graubraune oder schleimige Flocken
- deutlich sichtbarer „Schlamm“
2. Geruchsprüfung
- Öffne die Flasche kurz und rieche vorsichtig.
Normal:
- neutral
- leicht salzig
Nicht normal:
- faulig
- muffig
- schwefelig
Ein unangenehmer Geruch ist ein deutliches Warnsignal.
3. Veränderung beobachten
- Bleibt der Zustand über Tage gleich → meist unproblematisch
- Nimmt Trübung oder Bodensatz zu → bitte melden
Stabile Klarheit ist ein gutes Zeichen – auch ohne Leuchten.
4. Leuchten richtig einordnen
- Nicht-Leuchten allein ist kein Hinweis auf Tod
- Leuchtalgen können wochenlang in einer Ruhephase bleiben
- Leuchten hängt vom Tag-Nacht-Rhythmus ab, nicht von „richtig oder falsch gemacht“
Kurz gesagt
✔️ Klar + geruchlos = meist lebendig
❌ Trüb + Geruch + Flocken = Handlungsbedarf (Wasser austauschen! Nicht füttern!)
Wenn du unsicher bist, schicke mir ein Foto bei Tageslicht.
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Was bedeutet Ruhe-Phase bei Leuchtalgen?
Eine Ruhephase ist ein vollkommen natürlicher Zustand bei Dinoflagellaten und findet auch in der Natur ganz selbstverständlich statt. Leuchtalgen (Dinoflagellaten) sind, wie du weißt, lebende, einzellige Meeresorganismen. Wie viele natürliche Lebewesen durchlaufen sie Phasen mit hoher Aktivität – und Phasen mit geringer Aktivität, die man als Ruhephase bezeichnen kann. In dieser Zeit leben die Zellen weiter, zeigen jedoch kein oder nur ein kaum sichtbares Leuchten.
In der Natur:
- tritt starkes Meeresleuchten vor allem saisonal auf (meist im Sommer)
- im Winter oder bei ungünstigen Bedingungen ist es oft über Wochen oder Monate nicht sichtbar
- Dinoflagellaten reagieren empfindlich auf: Lichtdauer, Temperatur, Nährstoffverfügbarkeit und mechanische Störungen)
Das bedeutet:
Auch im Meer sind die Algen da – man sieht sie nur nicht immer leuchten.(Sonst wäre es auch nicht so besonders, das Meeresleuchten in Natura zu beobachten.)
Zu Hause versuchen wir, optimale Bedingungen nachzuahmen. Das gelingt oft sehr gut – manchmal aber mit zeitlicher Verzögerung. Es ist trotzdem sehr anstrengend für die Kulturen plötzlich "permanent" Leuchten zu müssen. Sie brauchen Regenerationsphasen.
Warum tritt eine Ruhephase in der Flasche auf?
Eine Ruhephase kann z. B. ausgelöst werden durch:
- Versandstress
- Veränderung des Licht-Dunkel-Rhythmus
- zu häufiges Schütteln
- sehr niedrige oder sehr hohe Zelldichte
- saisonale Lichtverhältnisse (Winter, künstliches Licht)
Wichtig:
👉 Auch mehrere Wochen ohne Leuchten sind biologisch möglich, ohne dass die Kultur geschädigt ist.
Was bedeutet eine Ruhephase konkret?
In einer Ruhephase:
- leuchten die Algen gar nicht oder nur sehr schwach
- bleibt das Wasser klar und geruchlos
- sind die Zellen weiterhin lebendig, aber energetisch heruntergefahren
👉 Nicht-Leuchten allein ist kein Zeichen für Tod.
Ein Ausbleiben des Leuchtens über mehrere Wochen ist kein verlässlicher Hinweis darauf, dass eine Leuchtalgen-Kultur abgestorben ist.
Das sichtbare Meeresleuchten entsteht nicht durch einzelne Zellen, sondern durch das gemeinsame Reagieren vieler Leuchtalgen gleichzeitig.
Wie intensiv das Leuchten wirkt, hängt deshalb davon ab, wie viele Zellen im Moment gleichzeitig reagieren – nicht davon, ob „genug“ Algen vorhanden sind.
Es ist normal, dass gesunde Kulturen zeitweise unterhalb der sichtbaren Leuchtschwelle liegen und dann kaum oder gar nicht leuchten, obwohl die Algen weiterhin leben.
In solchen Phasen teilen sich die Zellen langsam weiter und können zu einem späteren Zeitpunkt wieder sichtbar leuchten.
Wie lange kann eine Ruhephase dauern?
Das ist individuell verschieden:
- wenige Tage
- mehrere Wochen
- selten auch länger
In vielen Fällen setzt das Leuchten plötzlich wieder ein, ohne dass aktiv etwas verändert wurde.
Was solltest du während einer Ruhephase tun?
- tagsüber hell stellen, aber ohne direkte Sonne
- nachts wirklich dunkel
- nicht täglich testen
- nicht zusätzlich füttern
- Geduld haben
Weniger Eingriffe = Eine bessere Erholung.
Woran erkenne ich, ob die Kultur wirklich tot ist?
Eine tote Kultur zeigt fast immer:
- deutliche Trübung
- flockigen Bodensatz
- Verfärbungen (gelb, braun, grau)
- oder Geruch
Bleibt das Wasser klar, geruchlos und ohne Flocken, spricht das biologisch klar gegen eine abgestorbene Kultur.
Mache am Besten den Check-Up (Siehe Punkt: "Anleitung - Mache selbst einen Check-Up!"
Wie sieht eine tote Leuchtalgen-Kultur aus?
Eine abgestorbene Dinoflagellaten-Kultur lässt sich relativ eindeutig erkennen. Nicht-Leuchten allein bedeutet nicht, dass die Kultur tot ist.
Klare Anzeichen einer toten Kultur:
Eine Kultur gilt als sehr wahrscheinlich abgestorben, wenn mehrere Punkte hiervon zutreffen:
- Starke Trübung des Wassers, also milchig, grau, gelblich oder verschmutztes Erscheinungsbild.
- Deutlicher Geruch, also faulig, schwefelig, algenartig oder sonstwie "muffig".
- Flockiger Bodensatz wie graue, grüne, weiße oder schleimige Ablagerungen, Fäden oder wolkenähnliche Flocken sowie "Schlamm" am Boden.
Gesunde Kulturen erkennst du daran:
- Sie sind klar, auch wenn sie gerade nicht leuchten.
- Riechen neutral oder leicht salzig.
- Eine komplett saubere Kultur hat keinen Bodensatz. Es kann aber zu Salzpartikeln am Boden kommen, also wie Salzkörnern. Das ist ein mineralischer Bodensatz, kein Anzeichen für eine tote Kultur.
Und nun? Warum leuchten sie dann nicht?
Erst in Kombination mit den oben genannten Punkten ist es ein echtes Warnsignal, wenn sie dann über mehrere Wochen nicht leuchten. Und das, obwohl du den Licht-Dunkel-Rhythmus korrekt hergestellt, für richtige Temperaturen gesorgt und sie auch nicht überfüttert hast.
Leuchtalgen können leider tot aussehen, bzw. sich tot stellen, obwohl sie leben.
Leuchten ist leider kein Vitalitätsnachweis
Die Leuchtfähigkeit hängt immer ab von:
- dem circadianem Rhythmus (Tag/ Nacht)
- der Tageslichtmenge
- der Temperatur
- dem Sauerstoffgehalt
- dem Energiestatus, bzw. Stresslevel
👉 Eine lebende Kultur kann wochenlang nicht leuchten.
👉 Eine fast tote Kultur kann kurzfristig noch intensiv leuchten.
Hier siehst du verschiedene Stadien im Vergleich.
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Wenn deine Flasche klar aussieht wie links, ist sie in der Regel gesund - auch wenn sie (noch) nicht leuchtet.
Kann eine Leuchtalgen-Kultur „unsichtbar“ tot sein?
Wenn eine Leuchtalgen-Kultur tatsächlich abstirbt, zeigen sich fast immer deutliche Veränderungen im Wasser, zum Beispiel:
– Trübung
– flockiger oder schleimiger Bodensatz
– Verfärbungen
– oder ein unangenehmer Geruch
Bleibt das Wasser klar, geruchlos und ohne flockige Ablagerungen, spricht dies biologisch für lebende, ruhende oder sehr fein verteilte Zellen – nicht für eine vollständig abgestorbene Kultur.
Da jede Kultur vor dem Versand nachts auf Leuchtkraft geprüft wird, ist ein vollständiger Absterben ohne sichtbare Folgeerscheinungen praktisch ausgeschlossen.
Wichtig:
Nicht-Leuchten allein ist kein Hinweis auf Tod.
Leuchtalgen sind bei Tageslicht unsichtbar und können über längere Zeit in einer Ruhephase bleiben, ohne dass sich ihr Zustand optisch verändert.
Kurz gesagt:
Eine wirklich tote Kultur zeigt fast immer sichtbare oder riechbare Veränderungen.
Eine klare Flasche ist in der Regel nicht tot, auch wenn sie (noch) nicht leuchtet.
Mache selbst den Check-Up:
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Es sind weiße Krümel auf dem Flaschenboden. Was ist das?
Weiße Krümel auf dem Boden der Flasche sind keine toten Dinoflagellaten sondern mineralische Ablagerungen des Meerwassers. Manchmal bilden sich kleine Salzkristalle, die sich auf dem Boden der Flasche ablagern. Diese stören die Dinoflagellaten und das Leuchten nicht.
Möchtest du sie aus optischen Gründen loswerden, kannst du die Flasche einige Tage stehen lassen, damit sich alles setzt. Die Dinoflagellaten schwimmen im oberen Teil - sie liegen nicht bewegungslos auf dem Boden herum. Du kannst die Flasche also einmal langsam und vorsichtig in ein anderes Gefäß umfüllen, dann die Mini-Pfütze Bodensatz mit den schweren Salzkristallen in den Abfluss gießen, die Flasche ggf. noch einmal kurz ausspülen und abtropfen lassen und dann die Kultur zurück in die Flasche füllen.
Wie lange leben die Leuchtalgen?
So lange du dich gut um deine Dinoflagellaten kümmerst, können sie ewig weiter wachsen und leben. Hierfür solltest du dich nach den hier beschriebenen Anweisungen gut um sie kümmern und sie mit der entsprechenden Nährstofflösung versorgen, sowie bei Bedarf das Wasser anteilig austauschen oder die Kultur teilen und frisches Meerwasser aufgießen.
Sind Pyrocystis lunula giftig oder gefährlich?
Nein, sie sind für Menschen nicht giftig oder gefährlich. Ihre Biolumineszenz ist ein ganz natürlicher Prozess.
Allerdings sind sie nicht zum Verzehr geeignet!
Sollte es vorkommen, dass zum Beispiel ein Kind an die Flasche gelangt und den Inhalt trinkt, besteht keine Gefahr für die Gesundheit. Allerdings kann das Trinken von Meerwasser selbst zu gesundheitlichen Problemen führen, da es Salz und noch andere Mikroorganismen enthält, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind. So kann es dann zu Übelkeit und Unwohlsein kommen - in diesem Falle sollte man sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen.
Wie nutze ich sie tagsüber, um sie für Bildungszwecke einzusetzen?
Leuchtalgen lassen sich auch tagsüber für Bildungszwecke einsetzen, z. B. um Kindern oder Jugendlichen das Thema Biolumineszenz und Meeresleuchten näherzubringen.
Dafür ist jedoch etwas Vorbereitung nötig, da Leuchtalgen an einen festen Tag-Nacht-Rhythmus gebunden sind.
Den Rhythmus vorsichtig verschieben
Um das Leuchten tagsüber sichtbar zu machen, kann der natürliche Rhythmus behutsam angepasst werden.
Dunkelphase (tagsüber):
- Die Flasche für 8–12 Stunden an einen wirklich dunklen Ort stellen
- z. B. in eine lichtdichte Kiste, einen Karton oder Schrank
- während dieser Zeit nicht bewegen
Hellphase (nachts):
- Nachts hell stellen, als wäre Tag
- bevorzugt mit indirektem Tageslicht oder sehr schwachem, weißem Kunstlicht
Licht – bitte sehr vorsichtig einsetzen
Wenn zusätzliches Licht nötig ist:
- nur weißes Licht
- keine roten oder blauen LEDs
- max. ca. 300–500 Lumen pro Flasche
- großer Abstand (mind. 30–50 cm)
- Lampe darf keine Wärme an die Flasche abgeben
Die Beleuchtung dient ausschließlich dazu, den Tagesrhythmus vorzutäuschen, nicht um Wachstum zu erzwingen.
Bitte lies vorher den Beitrag: "LED, Pflanzlampe oder Aquarienlame - Künstliches Licht, ja oder nein?"
Transport & Vorführung
Für eine Vorführung:
- Die Flasche kurz vor dem Einsatz 1–2 Stunden dunkel stellen
- Für den Transport eine lichtdichte Box verwenden
- Vor Ort sanft schwenken, um das Leuchten zu zeigen
Bitte beachten:
Leuchten ist ein biologischer Prozess, keine Garantie – Intensität und Dauer können variieren.
Danach wieder zurück zum Normalrhythmus
Nach dem Einsatz sollten die Leuchtalgen:
- wieder an ihren natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnt werden
- tagsüber hell, nachts dunkel stehen
- einige Tage nicht zusätzlich beansprucht werden
So bleiben sie langfristig stabil und gesund.
Wichtiger Hinweis
Das Umdrehen des Rhythmus ist eine Ausnahme für Bildungszwecke und sollte nicht regelmäßig durchgeführt werden.
Zu häufige Rhythmuswechsel können die Kultur schwächen.
Kurz gesagt
- möglich mit Vorbereitung
- nur sanft und zeitlich begrenzt
- Licht schwach, weiß, ohne Hitze
- danach wieder einen natürlichen Ruhe & Normalrhythmus einführen
Wie muss ich die Dinoflagellaten füttern?
Du solltest alle 2-4 Wochen füttern, indem du pro 250ml Flasche 1 Tropfen Nährstofflösung hinzugibst. Die Nahrung ist mehrere Monate haltbar. Wenn das Wasser trüb wird oder die Dinoflagellaten nicht mehr leuchten, hast du zu viel gefüttert!
Dosierung: Ca. 1 Tropfen auf deine Flasche Algenkultur, alle 2-4 Wochen. Weniger ist mehr! Du kannst lieber über Wochen nicht füttern, als sie zu viel zu füttern!
Lagerung: Im Kühlschrank mehrere Monate haltbar
Wasserwechsel: Bei Bedarf (siehe Anleitung zum Wasser-Austausch)
Beobachtung: Wenn das Wasser trüb wird oder die Algen nicht mehr leuchten, weniger füttern!
WICHTIG: Wenn du regelmäßig fütterst, deine Kultur aber nicht intensiv leuchtet und "aus allen Nähten platzt", kann das vorhandene Futter im Wasser zu viel für deine Dinoflagellaten sein. Es ist, als würdest du dann Futter hinstellen für 12 Hunde, obwohl du nur einen Hund hast. In diesem Falle füttere erst einmal für längere Zeit NICHT, bis sie sich wieder erholt haben.
Kann ich die Kultur auch selbst vermehren?
Ja, das geht. Hier ist eine genaue Anleitung:
1. Starter-Kultur checken
Leuchtet sie nach Schwenken im Dunkeln hell und intensiv? → Dann ist sie bereit zur Teilung.
2. Flaschen sterilisieren
Denke daran, dass du die neuen Flaschen vorab immer sterilisieren musst. (Mit heißem Wasser ausspülen und abkühlen lassen.)
3. Kultur teilen
Teile die Kultur, indem du die Flüssigkeit einmal gut schüttelst und dann die Hälfte in eine neue Flasche umfüllst.
4. Nährstoffe und Meerwasser auffüllen
Da die Dinoflagellaten nun wieder frisches, steriles Meerwasser und Nährstoffe für neues Wachstum brauchen, füllst du die Flasche mit Instant Meer auf. Die Lösung dafür kannst du ebenfalls hier kaufen oder du setzt das Meerwasser selbst an (Zutaten dafür findest du im Aquaristik-Bedarf).
5. Pflegephase
Nun musst du warten und die Meeresleucht-Tierchen gut pflegen. Sie brauchen 8-12 h Licht täglich (z. B. 1-2m vom Fenster entfernt oder mit LED-Timer). Zudem solltest du sie 1–2x pro Tag sanft schwenken. Nachts solltest du sie immer Dunkel stellen, sie folgen einem Tag-Nacht-Rhythmus und brauchen diesen für ihr Wachstum. Das Leuchtalgen-Futter fügst du erst nach 2 Wochen wieder wie üblich hinzu, sonst droht Überfütterung und die Kultur stirbt. Hast du das Meerwasser selbst angesetzt, musst du direkt füttern. Bei
6. Bei Trübung oder Schleim
Du musst dringend das Wasser wechseln und zeitgleich weniger füttern. Wie du das Wasser wechselst liest du unter "ANLEITUNG ZUM WASSERWECHSEL"
Anleitung zum Wasser-Austausch
Wie tausche ich bei Leuchtalgen Wasser aus?
Leuchtalgen (Dinoflagellaten) benötigen nur sehr selten einen Wasserwechsel.
Ein Austausch ist nur sinnvoll, wenn:
- sich ein deutlicher Bodensatz gebildet hat
- das Wasser trüb wird
- sich unerwünschte Algen oder Ablagerungen zeigen
Ein regelmäßiger Wasserwechsel ist nicht notwendig und kann die Kultur sogar schwächen.
Das brauchst du
- eine große Spritze (20–60 ml)
- ein zweites sauberes Gefäß
- ggf. vorbereitetes frisches Meerwasser (gleiche Salinität wie zuvor)
Schritt 1: Kultur vorbereiten
- Flasche 2–3 Tage nicht bewegen oder schütteln
- kein Umstellen
- ruhiger Standort
In dieser Zeit:
- sinken Schmutz, abgestorbene Partikel und mineralische Ablagerungen nach unten
- lebende Dinoflagellaten bleiben überwiegend im oberen Wasserbereich
Schritt 2: Wasser vorsichtig abziehen
- Setze die Spritze im oberen, klaren Bereich der Flasche an
- Ziehe langsam Wasser ab
- Nicht den Bodensatz aufwirbeln
Tausche maximal 20–50 % des Wassers aus
Mehr sollte nicht entfernt werden, da Dinoflagellaten sehr empfindlich auf Veränderungen reagieren.
Schritt 3: Altes Wasser entsorgen
- Das abgepumpte Wasser und der Bodensatz sind nicht giftig
- Sie können ganz normal im Ausguss entsorgt werden
Hinweis:
- Eventuell enthaltene lebende Dinoflagellaten sterben im Abfluss ab, da sie einen bestimmten Salzgehalt zum Überleben benötigen
- Das ist unproblematisch und vergleichbar mit dem Entsorgen von Salzwasser (z. B. Nudelwasser)
Schritt 4: Frisches Wasser ergänzen
- Fülle langsam frisches Meerwasser nach
- gleiche Temperatur
- gleiche Salinität
- keine Luftblasen einbringen
- nicht schütteln
Nach dem Wasserwechsel
- Stelle die Flasche ruhig ab
- normaler Licht-Dunkel-Rhythmus
- kein Schütteln für 24–48 Stunden
Es ist normal, dass das Leuchten vorübergehend schwächer wird.
Dinoflagellaten reagieren empfindlich auf Veränderungen und brauchen Zeit zur Anpassung.
Wichtig zu wissen
- Wasserwechsel sind Ausnahmefälle, kein Pflegeritual
- Weniger ist mehr
- Geduld ist Teil der Pflege
Meeresleuchten in der Natur
Wenn das Meer geheimnisvoll blau leuchtet, sind oft winzige Kleinstlebewesen der Grund dafür: Meeresleuchten entsteht durch sogenanntes Leuchtplankton. Das sind Einzeller, die nach Berührungsreizen Licht entsenden. Die Wasserbewegungen, also zum Beispiel Wellen, lösen dabei einen chemischen Prozess aus und es beginnt zu Leuchten.
Die Einzeller senden ruckartige Lichtimpulse aus, was ihre Fressfeinde abschrecken soll. Meeresleuchten gibt es nur in Salzwasser, das geschützt und reich an Nährstoffen ist - und in der Regel recht tief. Normalerweise befinden sich die Leuchttierchen bei rauem Wetter im tiefen, ruhigen Wasser. Nur an schwülen Sommerabenden kommen sie nach oben, an die Meeresoberfläche. In der dunklen Tiefsee verfügen rund 90 Prozent der Lebewesen über diese Strahlkraft. Tagsüber gibt es schon manchmal Hinweise auf diese Meeresleuchttierchen. Dann sieht das Wasser lachsrosa aus, weil die Einzeller Karotin bilden. Es kann aber passieren, dass sie dadurch nachts nicht mehr leuchten.
An manchen Stränden leuchten ganze Kolonien dieser sogenannten "Dinoflagellaten" von bis zu 100.000 Tierchen pro Liter. Verschiedene Arten von Dinoflagellaten sind in weiten Teilen der Weltmeere Zuhause. Es ist unklar, ob es sich hier um Tiere oder eine Pflanze handelt, weil sie nicht mit Sonnenlicht Nährstoffe bilden, sondern hierzu andere Organismen fressen müssen. Das Meeresleuchten kann deshalb überall am Meer beobachtet werden, auch an der Nordsee oder am Mittelmeer.