Ich habe hier einen kleinen Bernstein, der unglaublich langweilig und unscheinbar aussieht. Er war in einem 3€ Ausgrabungsset von meiner Tochter, das wir mal aus Spaß für sie gekauft hatten. In dem kleinen Bernstein war ein kleiner schwarzer Punkt zu sehen. Auf den ersten Blick eine einfache kleine Unreinheit in einem eh nicht wirklich schön anzusehenden Stein. Aber meine Neugierde siegt eigentlich immer, also legte ich den Stein unter ein Mikroskop. Was dabei herauskam, verblüffte mich ungemein.

Ein Urzeit-Insekt in einem Bernstein
Dieser kleine, unscheinbare Punkt entpuppte sich als „Urzeitmonster“ Ich habe viele Monate nicht verstanden, was das für ein Tier ist, bis ich irgendwann diese Perlen als Fühler erkannte und auch erkannte, dass es zwei davon gab. Ich gehe aktuell davon aus, dass es sich um einen einfachen Floh handelt.
Wie alt ist Bernstein?
Die meisten Bernsteine entstanden vor ca. 50 Millionen Jahren – als es auf der Welt noch riesige Urwälder mit Nadelbäumen (oft Kiefern und Fichten) gab. Die Bäume heilten ihre kleinen Verletzungen mit Harz, um diese zu schließen und vor Bakterien zu schützen. Aus diesen Harztropfen bestehen nun die Bernsteine, die wir heute kennen.
Wie entsteht Bernstein?
Normalerweise tropft Harz von Bäumen irgendwann auf den Boden (bzw. fällt verhärtet vom Baum ab) und wird dann von Mikroorganismen zersetzt. Das, was wir heute als Bernstein kennen, sind Harztropfen, die sich gelöst haben und in Wasser gefallen sind. Das Wasser stoppte die Zersetzung, weil schlichtweg die Luftzufuhr fehlte. Das Harz wurde konserviert. Trug das Wasser dann noch diesen Harztropfen bis zum Meer, sank dieser zu Boden. Durch den Druck der Sedimentschichten wurde der Harztropfen über die Jahrmillionen immer dichter und härter. Fossiler Harz, also Bernstein entstand.
Man geht davon aus, dass es mindestens 1 Millionen Jahre und eben diese Bedingungen geben muss, damit aus einem Tropfen Harz ein Bernstein werden kann.
Wie kommen Insekten in den Harz?
Hast du schon einmal an Baumharz gerochen? Vielleicht kennst du diesen Duft noch aus deiner Kindheit, wenn du Harz an den Fingern hattest? Harz hat einen intensiven, ganz wunderbaren Eigenduft. Doch das ist noch nicht alles. Wie du vielleicht selbst schon erfahren hast, klebt Harz auch ganz wunderbar. Baumharz lockt so durch seinen Duft Insekten an, die ihn kosten möchten. Leider kleben dann die kleinen Flügelchen oder Beinchen an dem Harz fest und das Insekt kommt nicht mehr fort. (Wie auf meinem Foto). Ein bisschen wie in der unendlichen Geschichte wo das Pferd im Moor versinkt. Wirklich traurig. Ich habe versucht das Insekt von meinem Foto zu retten, aber da ist einfach nichts zu machen. Harz ist wirklich harz-neckig!
Jedenfalls fließt aus den Bäumen oft immer mehr Harz nach, bis sich die Wunde des Baumes richtig verschlossen hat. Die Insekten, die nun auf dem Harz kleben geblieben sind, werden von dem nachfließenden Harz eingeschlossen und konserviert.
